Autismus Selbsthilfegruppe

Das ist unserer Geschichte

Unsere Geschichte
Wir alle haben eine ähnliche Erfahrung gemacht: Bei vielen von uns oder unseren Angehörigen wurde Autismus vermutet oder diagnostiziert. Doch anfangs wussten wir nicht, wie wir mit dieser Diagnose umgehen sollten. Wir fühlten uns allein, da es kaum sichtbare Hilfsangebote gab oder die vorhandenen Möglichkeiten nicht zentral zugänglich waren.
Dann gab es plötzlich einen Aufruf zur Gründung einer Selbsthilfegruppe in Hildesheim. Innerhalb kurzer Zeit fanden sich Hilfesuchende, Angehörige, Fachpersonal und Interessierte zusammen, um gemeinsam Projekte auf die Beine zu stellen. In diesem Moment wurde klar: Wir sind nicht allein. Es gibt viele Menschen, denen es genauso geht.
Ein Verein wurde gegründet, um Hilfesuchende nachhaltig zu unterstützen. Plötzlich fanden Menschen, die sonst Schwierigkeiten haben, Vertrauen zu fassen oder sich spontan zu engagieren, einen sicheren Rahmen, in dem sie sich verstanden fühlen konnten. Fachkräfte aus Therapie und Begleitung, Eltern, Freunde und PartnerInnen von AutistInnen kamen zusammen. Mit viel Energie und Vertrauen entstand etwas Besonderes – und wir waren ein Teil davon.

Ein schwerer Rückschlag
Doch dann geschah etwas Schlimmes – für einige AutistInnen sogar Traumatisierendes: Ein Vorstandsmitglied konzentrierte sich hauptsächlich auf das Sammeln von Spenden, ohne diese verantwortungsvoll einzusetzen. Gegenstände wurden ohne Rücksprache gekauft, eine Wohnung wurde angemietet und es gab keine gemeinsamen Beschlüsse. Werbematerialien wurden in Massen gedruckt, Transparente, Pavillons und Tische angeschafft – und es wurden sogar Spenden für einen Whirlpool, gesammelt. Gleichzeitig wurden Mittel für Schulungen oder direkte Unterstützung bei Diagnosen verhindert.
Und dann wurden Gelder ohne Abstimmung für private Zwecke und Kreditzahlungen oder unbekannte Ausgaben vom Vereinskonto entnommen. Gleichzeitig wurden AutistInnen, die nicht bereit oder in der Lage waren, Geld zu spenden, von einem Vorstandsmitglied bedrängt und aus WhatsApp-Gruppen ausgeschlossen. Klärungsversuche scheiterten und der gesamte Vorstand trat zurück und ließ die Finanzen prüfen. Der Verein musste Insolvenz anmelden, doch der Antrag wurde mangels Masse abgewiesen – von den gesammelten Spenden in Höhe von 3.000 € war nichts mehr übrig. Selbstverständlich zogen sich alle Sponsoren zurück und stellten ihre Kooperationen ein.
Die Aufarbeitung war schmerzhaft: Unterstellungen, Lügen, Beleidigungen, Polizeieinsätze und Drohungen begleiteten den gesamten Prozess.

Ein Neuanfang
Wir mussten fassungslos feststellen, dass diese Ereignisse nicht nur nicht geholfen haben, sondern ein negatives Bild auf das Thema Autismus warfen. Viele von uns waren tief verletzt, frustriert und wütend.
Doch nach einer kurzen Phase der Resignation fassten Elena, Yvonne, Meike und Marek neuen Mut. Sie griffen die ursprüngliche Idee der Selbsthilfegruppe wieder auf – ein offener Raum für AutistInnen, Angehörige, Fachkräfte und Interessierte. Schnell wurden alte Kontakte reaktiviert, und der Geist der Gemeinschaft kehrte zurück.
Birgit, Gernot, Matthias, Sandra und Chris stießen hinzu, und der Kreis der Aktiven und Teilnehmer wuchs stetig. Uns ist es wichtig, dass alle relevanten Fachdisziplinen eingebunden sind, denn Autismus ist ein komplexes Thema. Lösungen sind selten einfach, weshalb ein breites Netzwerk aus Experten und Betroffenen erforderlich ist.
Heute erfahren wir viel Unterstützung. Es gibt zahlreiche engagierte Menschen und Organisationen, die ernsthaft nach Lösungen suchen und Hilfsangebote bereitstellen. Unser Team setzt sich aus AutistInnen, Angehörigen, Partnern, Freunden sowie Fachkräften aus den Bereichen Psychotherapie, Schulbegleitung und Peer-Beratung zusammen.
Wir stehen im ständigen Austausch mit anderen Selbsthilfegruppen, der Lebenshilfe Alfeld, dem Zentrum für Autismus und Inklusion Hannover sowie dem Regionalverband Autismus Hildesheim e.V. Zudem orientieren wir uns an den Konzepten des Bundesverbandes zur Förderung von Menschen mit Autismus. Durch regelmäßige Fortbildungen stellen wir sicher, dass unsere Arbeit stets aktuell und fundiert bleibt. Seit über einem Jahr finden wir nun regelmäßig zusammen.

Eine klare Abgrenzung
Wir distanzieren uns ausdrücklich vom "AutismusZentrum Hildesheim" und insbesondere von dessen Betreiber. Es ist uns wichtig zu betonen: Nur weil jemand meint selbst Autismus zu haben, macht ihn das noch lange nicht zu einem Experten. Eigene Betroffenheit kann niemals das fundierte Fachwissen und die bewährten Methoden professioneller Hilfe ersetzen. Wer glaubt, als Einziger helfen zu können, setzt sich und andere einem ernsthaften Risiko aus. Und wer behauptet, es gebe keine qualifizierte fachliche Hilfe, verbreitet schlichtweg Unwahrheiten.

Die Mitteilung über die Schließung des sogenannten "Autismuszentrums Hildesheim" überrascht nicht völlig, gibt aber Anlass zur Einordnung:
- Keine institutionelle Struktur: Das "Autismuszentrum" bestand - soweit öffentlich ersichtlich - nicht aus einem Team oder einer tragfähigen Organisation, sondern wurde im Wesentlichen von einer einzelnen Person betrieben. Eine erkennbare institutionelle oder fachlich begleitete Struktur war nicht gegeben.
- Fehlende rechtliche Grundlage: Das Zentrum war weder ein eingetragener Verein noch als steuerpflichtiges Unternehmen registriert. Dies erschwert eine verlässliche Zusammenarbeit mit Partnern und Unterstützern, da wesentliche Voraussetzungen für Transparenz, Haftung und Kontrolle fehlen.
- Sponsoren und Verantwortung: Seriöse Sponsoren legen Wert auf nachvollziehbare, rechtssichere und nachhaltige Strukturen. Wenn Unterstützung ausbleibt, liegt dies nicht zwangsläufig an "negativen Einstellungen", sondern oft an nachvollziehbaren Anforderungen an Professionalität und Transparenz.
Insgesamt zeigt der Verlauf, wie wichtig ein stabiles rechtliches Fundament, klare Kommunikation und fachliche Kompetenz sind - besonders bei sensiblen Themen wie Autismus.

Unser Angebot
Unser einziges Ziel ist es, Euch zu unterstützen. Wir möchten einen geschützten Raum schaffen, in dem Ihr Halt findet – ohne finanzielle Interessen.
Wir treffen uns zwei mal im Monat im Quartierszentrum Stadtfeld, Triftäckerstraße 28, 31135 Hildesheim.
Du möchtest vorab Kontakt mit uns aufnehmen?
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Meike
Marek
Yvonne
Elena
Birgit
Gernot
Matthias
Sandra und
Chris